Bräuche in Thüringen

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Winteraustreiben und Sommereinholen

Das "Winteraustreiben und Sommereinholen", das seit dem Mittelalter in manchen Gegenden auch als Todaustragen bezeichnet wird, ist ein alter Brauch, dessen Ursprünge vermutlich bis in die vorchristliche Zeit zurückreichen und auch in einigen Thüringer Orten heute noch gepflegt wird.

Bereits im frühen Mittelalter rollte man Räder, an denen eine brennende Strohpuppe befestigt war, von den Berghängen über die noch unbestellten Felder ins Tal hinab. Jung Männer versuchten, etwas von dem Feuer zu fangen, um es als Herdfeuer zu verwenden. Der Legende nach sollten so die bösen Geister durch den Schornstein verjagt werden.

Das Winteraustreiben oder Todaustragen wird am Sonntag Lätare, dem vierten Fastensonntag und zugleich dem dritten Sonntag vor Ostern begangen.

Beim Winteraustreiben wird eine in Stroh gekleidete Gestalt (Strohbär), welche den Winter darstellen soll, erst durch und dann aus dem Ort getrieben und anschließend das Strohkleid verbrannt, in einen Fluß geworfen oder anderweitig zerstört. Hierbei werden bestimmte Lieder gesungen oder Sprüche aufgesagt.