Bräuche in Thüringen

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Maibaumsetzen (bzw. Pfingstbaumsetzen)

Der Brauch des Aufstellens von Maibäumen bzw. von Pfingstbäumen als Symbol für den Frühling, die neu erwachende Natur und die Fruchtbarkeit geht bis in das 17. Jahrhundert zurück und ist in ganz Europa nachweisbar (Maifeste).

In Thüringen kann eine mehr als 400 Jahre alte Tradition nachgewiesen werden. Dies lässt sich einer "Landesordnung des Fürstentums Altenburg" aus dem Jahre 1589 entnehmen. Darin beklagt die Obrigkeit das "überhand nehmende Abhauen junger Birken und Fichten", die von den Burschen in den Walddörfern unter den Namen Pfingst-Maien dem Weibsvolk zu Ehren gesetzt und mit Bändern verziert werden.

MaibaumsetzenDer Maibaum war früher eine Birke, die später durch eine stattliche Fichte ersetzt wurde. Heute kann die Fichte aus dem heimischen Wald bis zu 40 Meter hoch und mehrere Tonnen schwer sein.

Traditionell wird der Maibaum nur mit Hilfe von paarweise zusammen­gebundenen langen Holzstangen (Scheren) und mit viel Muskelkraft aufgestellt.


Seinen Platz bekommt der Maibaum meist im Dorfmittelpunkt am Vorabend zum 1. Mai bzw. der Pfingstbaum zu den Pfingsttagen im Rahmen eines Volksfestes.

Das traditionelle Maibaumsetzen (Pfingstbaumsetzen) wird noch heute in Thüringen, insbesondere im Thüringer Holzland, gepflegt.

Quelle: Allgemeiner Anzeiger Erfurt vom 1. Mai 2013