Volksfeste in Thüringen

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Nordhäuser Rolandsfest

Zu Ehren des Wahrzeichens der Stadt wird mit Unterbrechungen seit 1955 das Rolandsfest gefeiert.

Die Rolandstatue, ein Ritterstandbild mit einem Richtschwert in der Hand, gilt als Sinnbild der Eigenständigkeit der Stadt mit Marktrecht und eigener Gerichtsbarkeit.

Extra zum Fest steigt der Roland von seinem Sockel am Rathaus und mischt sich mit seinem Gefolge aus drei historischen Nordhäuser Originalen unter die Menschen.

Jede der vier Figuren hat ihre eigene Bedeutung. Während der Roland als markantestes der Wahrzeichen reichsstädtische Souveränität verkörpert, sollen die drei anderen Gestalten Humor und Freude verbreiten. Das Gefolge besteht aus der "Brockenhexe", dem "Professor Zwanziger" und dem "Alten Ebersberg". Letzterer war ein ebenso lebenslustiger wie geistreicher Gastwirt, der im 19. Jahrhundert ein Gasthaus am Markt von Nordhausen führte und über dessen Späße und Streiche in der ganzen Stadt gesprochen wurde. Einen Professor Zwanziger hat es im 19. Jahrhundert ebenfalls in Nordhausen gegeben. Er war eigentlich ein einfacher Handschuhmacher, trug aber trotzdem meistens Zylinder, Handschuhe und Spazierstock. Zwanziger liebte es, das Wetter zu deuten, was die Bürger der Stadt oft zu Scherzen veranlasste - und ihm außerdem den "Titel" Professor einbrachte.